Kein Erdgasanschluss – und trotzdem ein Kamin?

Die überraschende Lösung für Marita und Ed

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Eigentlich wollten wir uns nur einmal umsehen. Das sagten wir zumindest zueinander, als wir den Showroom betraten. Einfach schauen. Schließlich planen wir gerade unser neues Haus. Ein tolles Objekt, auf einem schönen Grundstück. In unseren Gedanken gehört zu so einer Immobilie natürlich auch ein Kamin.

Aber hat so etwas überhaupt noch Zukunft? Ist das noch erlaubt? Passt das noch in diese Zeit?
In den Medien wurde so viel über Verbote berichtet, dass wir ziemlich unsicher sind, ob unsere Vorstellungen über ein gemütliches und behagliches Zuhause heute überhaupt noch nach unseren Vorstellungen umsetzbar ist.

Holzfeuer steht vielerorts in der Diskussion, in manchen Gemeinden ist es bereits eingeschränkt. Und Gas? Wir bauen doch „gaslos“. Das hört man überall. Also ja, wir wollten gerne einen Kamin, aber wir fragten uns ernsthaft, ob das überhaupt noch sinnvoll ist.

Wir bekommen eine Wärmepumpe. Alle sagen, sie sei effizient. Das glauben wir auch. Aber Freunde von uns haben ebenfalls eine, und sie erzählten ganz offen, dass es manchmal einfach dauert, bis man die Wärme wirklich spürt. Und ich – Marita – weiß genau, wie sich das anfühlt, wenn man nach einem kalten, verregneten Tag nach Hause kommt. Dann möchte man keine „effiziente, langsame Temperatursteigerung“. Dann möchte man sofort Wärme. Dieses Gefühl von früher, wenn man sich innerhalb weniger Minuten am Feuer aufwärmt. Und unabhängig von der Wärme, ein Kamin macht aus einem Haus ein Zuhause.

Der Kaminhändler stellte uns irgendwann eine ganz einfache Frage: Sind Sie Menschen, die wirklich gerne Holzfeuer machen? Die Freude daran haben, ein Feuer aufzubauen und zu pflegen? Oder wünschen Sie sich vor allem Komfort – Wärme auf Knopfdruck? Wir sahen uns an und mussten lachen. Echte Holzfeuerliebhaber? Nein. Wir haben beide einen vollen Terminkalender. Wenn wir abends nach Hause kommen, möchten wir essen und entspannen. Wie schön wäre es, wenn der Kamin dann schon brennt und sofort Wärme und Atmosphäre schenkt.

„Dann sind Sie eigentlich typische Gaskamin-Kunden“, sagte er.

Wir schauten auf den Gi von Kalfire, der dort im Showroom brannte. Ein wunderschönes Flammenbild. Aber ich sagte sofort: Wir bekommen keinen Erdgasanschluss in unserem Neubau. Also kommt ein Gaskamin doch gar nicht infrage, oder?

Doch – es geht.

View of new modern house with swimming pool and gr 2026 01 06 00 25 23 utc

Alle Kalfire Gaskamine können auch mit Propangas betrieben werden, erklärte der Fachmann. Mit Flaschen oder, wenn man ohnehin neu baut, auch mit einem unterirdischen Gastank.

Beim Wort Gastank sah ich – Ed – sofort einen großen grauen Behälter im Garten stehen. Das wollte ich auf keinen Fall. Aber moderne Tanks werden heute meist unterirdisch installiert. Nur ein kleiner Deckel im Rasen zeigt, dass er da ist. Mit einem Fassungsvermögen von 1000 bis 1200 Litern kann man mehr als ein Jahr seinen Kamin betreiben.

Und dann kam ein Punkt, der uns wirklich überraschte: Dieses Propangas ist auch als Biopropan erhältlich. Grünes Gas, hergestellt aus pflanzlichen Reststoffen. Man kann sich also bewusst für eine erneuerbare Variante entscheiden, ohne die Anlage verändern zu müssen. Das gab uns ein ganz anderes Gefühl. Kein Erdgasanschluss aber dennoch Gas. Und sogar nachhaltig.

Die Kosten? Die Miete für den Tank etwas mehr als zehn Euro im Monat. Die einmalige Installation etwa 1500 Euro. Und bei diesem Gi lagen die Betriebskosten bei rund neunzig Cent pro Stunde. Wir sahen uns erneut an. Das war absolut überschaubar. Für sofortige Wärme und diese besondere Atmosphäre erschien uns das mehr als fair.

Dann stellte ich – Marita – die Frage, die mich wirklich beschäftigte: Was passiert bei einem Stromausfall? So ein Gaskamin funktioniert doch mit Elektronik und Fernbedienung. Man hört immer häufiger von Netzüberlastungen und Stromausfällen. In Berlin waren zuletzt hunderttausende Menschen tagelang ohne Strom. Und dann?

Wir planen Photovoltaik. Vierundzwanzig Module, sorgfältig berechnet. Ich – Ed – habe einen elektrischen BMW iX3 als Dienstwagen, also ist eigenes Laden natürlich interessant. Außerdem dachten wir bereits über einen Heimspeicher – Akku nach.

Aber hatten wir darüber nachgedacht, diesen Speicher als Notstromversorgung zu nutzen? Nein, das hatten wir noch nicht. Es ist jedoch möglich, wichtige Verbraucher darunter auch den Gaskamin bei Stromausfall automatisch über die Batterie weiterlaufen zu lassen. Dann hat man weiterhin Wärme. Und eine funktionierende Gefriertruhe. Und eine Steckdose zum Laden des Telefons und für Licht.

In diesem Moment veränderte sich unser Blick. Der Kamin war nicht nur ein Stilelement oder Komfortmerkmal. Er wurde ein Baustein für Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit.

Gaskamin GP85 50 R

Während das Gespräch technischer wurde, merkte ich – Marita –, dass ich längst wieder in die Flammen schaute. In die Farben, die Tiefe, das lebendige Spiel des Feuers. In Gedanken saß ich schon in unserem neuen Wohnzimmer. Regen an den Fenstern. Wir beide auf dem Sofa. Wärme. Licht. Gemütlichkeit.

Wir besprachen den Abgasweg, die Verkleidung, Naturstein, Farben. Alles wurde konkret. Es sollte eine Zeichnung geben. Ein Angebot. Wir würden ein Angebot für den Propantank einholen vielleicht sogar mit Biopropan und den Elektriker wegen einer Notstromlösung ansprechen.

Als wir den Showroom verließen, sprachen wir es nicht aus. Aber wir wussten es beide. In unseren Köpfen stand der Kamin bereits in unserem neuen Zuhause.

Nicht trotz der Energiewende, sondern gerade weil er das Konzept perfekt ergänzt!